SSP - Save and Sound Protocoll


SSP ist eine recht neue Methode der Klangtherapie, die von dem amerikanischen Neurophysiologen Stephen Porges entwickelt wurde. In seinem Buch "Die Polyvagaltheorie" erklärt Dr. Porges ausführlich, warum die Wahrnehmung von Sprache nur dann gut funktioniert, wenn wir uns in einem Grundgefühl von Sicherheit befinden. Befinden wir uns in Stress, empfinden Angst oder Unruhe, arbeiten die Muskeln des Mittelohres, deren Aufgabe die Regulation des Trommelfells ist, nicht aktiv genug. Wir werden lärmempfindlich und verstehen schlecht. Unser Gehör ist dann auf andere Frequenzbereiche fokussiert.

 

Aus diesen Erkenntnissen leitet Stephen Porges ab, dass man, quasi in der Gegenrichtung über das Hören, den neurologischen Grundzustand des Vagus - Systems durch das Anhören speziell gefilterter Musik positiv beeinflussen und Stress und Angst abbauen kann. Hören wir Musik, die im Sprachfrequenzbereich verstärkt und in den Höhen und Tiefen abgeschwächt, also "gefiltert" ist, empfinden wir dieses als wohltuend. Unser Mittelohr wird stark stimuliert. Wir spüren das im gesamten Kopfbereich, die Atmung wird tiefer, Nacken und Schultern entspannen sich. Zugleich wird das Nervensystem entlastet, indem sehr hohe und tiefe Töne, die bei Klienten Stress auslösen können, aus dem gesamten Klangspektrum entfernt werden.

 

Die Verwendung gefilterter Töne an sich ist nicht neu. Alfred Tomatis hat damit vor 50 Jahren begonnen. Die Polyvagaltheorie hilft, die Einbindung des Gehörs im Nervensystem besser zu verstehen und bietet einen neuen Ansatz zur Regulation des autonomen Nervensystems durch Klang.

 

SSP ist auf fünf Sitzungen ausgelegt, die an aufeinander folgenden Tagen stattfinden müssen. Es gibt verschiedene Programme für Kinder und Erwachsene.

 

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© Marco Schröter Tomatis